• KI-SEO

Wie Unternehmen ihre Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini und Google AI steigern

  • Felix Rose-Collins
  • 7 min read

Einleitung

Google ist für die meisten Unternehmen nach wie vor der wichtigste Weg, um neue Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig hat sich das Suchverhalten erweitert. Wer nach einem Anbieter sucht, eine technische Frage klären oder mögliche Lösungen vergleichen möchte, landet mittlerweile zunehmend bei ChatGPT, Gemini oder Perplexity.

Das schafft eine zusätzliche Aufgabe. Gute Rankings allein reichen nicht mehr aus, um die Frage nach der digitalen Sichtbarkeit vollständig zu beantworten. Es kommt auch darauf an, welche Unternehmen von KI-Systemen überhaupt erwähnt werden, mit welchen Themen sie in Verbindung gebracht werden und welche Quellen in eine Antwort einfließen. In der Praxis beginnen Unternehmen, die im GEO-Bereich tätig sind, jedoch oft an einem Punkt, an dem das eigentliche Problem gar nicht liegt. Sie beschäftigen sich mit Prompt-Tracking, neuen Tools oder isolierten technischen Korrekturen, während online gar kein klares Bild des Unternehmens vorhanden ist. Davon berichtet Stefan Gerlach, Inhaber der GEO-Agentur Gerlach Media, aus Projekten mit mittelständischen B2B-Unternehmen.

companies build visibility in ChatGPT

Bevor KI-Systeme ein Unternehmen einordnen können

Ein Unternehmen kann zwanzig Jahre lang auf seinem Markt erfolgreich sein und dennoch online bemerkenswert schwer einzuordnen sein. Das ist im Mittelstand häufig der Fall. Die Website ist über die Jahre gewachsen. Dienstleistungen wurden hinzugefügt, andere spielen heute kaum noch eine Rolle. Einige Seiten stammen noch aus einer früheren Positionierung. Hinzu kommen unterschiedliche Begriffe aus Vertrieb, Technik und Marketing.

Wer das Unternehmen kennt, kann diese Widersprüche einordnen. Ein Außenstehender muss sie erst einmal zusammenfügen.

Such- und KI-Systeme befinden sich in derselben Lage. Sie stoßen auf Produktseiten, Unternehmensprofile, Fachartikel, LinkedIn-Beiträge, Branchenverzeichnisse, Presseberichte und Erwähnungen auf anderen Websites. Aus all dem soll ein schlüssiges Bild entstehen.

Daher steht am Anfang eine scheinbar einfache Frage: Wofür soll dieses Unternehmen bekannt sein?

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Auf vielen Websites reichen selbst zehn Minuten noch nicht aus, um diese Frage eindeutig zu beantworten.

Viel Text sorgt nicht für ein klares Profil

Das Problem ist selten ein grundlegender Mangel an Inhalten. Oft gibt es bereits eine große Menge davon.

Er sagt nur nicht viel aus. „Individuelle Lösungen“, „höchste Qualität“, „langjährige Erfahrung“ oder „maßgeschneiderte Beratung“ tauchen auf unzähligen B2B-Websites auf. Solche Aussagen mögen durchaus wahr sein. Dennoch tragen sie fast nichts dazu bei, ein Unternehmen professionell zu positionieren.

Ein Maschinenbauer wird erst dann greifbar, wenn klar ist, welche Systeme er baut, für welche Prozesse sie ausgelegt sind, welche Materialien sie verarbeiten können und wo die technischen Grenzen liegen.

Bei einer Beratungsfirma kommt es darauf an, welche Probleme sie tatsächlich löst, mit welchen Unternehmensgrößen sie arbeitet, in welchen Situationen die Beratung zum Einsatz kommt und welche Fachkompetenz dahintersteckt.

So entsteht nach und nach ein professionelles Profil.

Ein Unternehmen mit fünf gut ausgearbeiteten Themen ist online klarer wahrnehmbar als eines mit hundert Beiträgen, die alles ein wenig, aber nichts gründlich behandeln.

Die Reihenfolge ist das eigentliche Problem

Gerlach beobachtet bei GEO-Projekten immer wieder denselben Fehler: Unternehmen beschäftigen sich mit ChatGPT-Tracking, Prompt-Sets oder spezifischen Optimierungsmaßnahmen, obwohl noch nicht klar ist, wofür sie beruflich stehen wollen. Seiner Ansicht nach ist das die falsche Reihenfolge. Zunächst muss geklärt werden, mit welchen Themen ein Unternehmen in Verbindung gebracht werden soll. Dann lohnt es sich zu prüfen, ob diese Positionierung auf der eigenen Website tatsächlich erkennbar ist. Erst danach wird es interessant, wie stark sich dieses Bild auch außerhalb der eigenen Domain bestätigt.

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Der Unterschied zwischen Unternehmen, die sehr breit gefächert kommunizieren, und solchen, die konsequent wenige Themen besetzen, ist auffällig. Die zweite Gruppe lässt sich fast immer leichter einordnen – für potenzielle Kunden, für Google und mittlerweile auch für KI-Systeme.

GEO ist daher keine neue Disziplin, die plötzlich neben SEO steht. Gute GEO-Arbeit basiert auf sauberem SEO, einer klaren Positionierung, fachlich fundierten Inhalten und einer Reputation, die über die eigene Website des Unternehmens hinaus sichtbar ist.

Das beste Wissen findet man selten im Marketing

Viele Unternehmen suchen nach neuen Ideen für Inhalte, während intern genug Material für Jahre vorliegt.

Es befindet sich nur bei den falschen Personen. Der Vertrieb kennt die Fragen, die kurz vor einer Entscheidung immer wieder auftauchen. Ingenieure wissen, warum bestimmte Lösungen funktionieren und andere nicht. Projektmanager stoßen regelmäßig auf dieselben Schwierigkeiten. Geschäftsführer haben über Jahre hinweg ein Gespür dafür entwickelt, welche Kundenannahmen zutreffen und welche in der Praxis scheitern.

Überraschend wenig davon findet sich auf der Website wieder.

Stattdessen wird der nächste allgemeine Beitrag über „die Vorteile der Automatisierung“ oder „fünf Trends im Maschinenbau“ verfasst. Für Suchmaschinen und KI-Systeme ist Fachwissen aus erster Hand wesentlich interessanter. Ein Artikel wird dann wertvoll, wenn jemand nach dem Lesen etwas weiß, was zuvor nicht offensichtlich war.

Das können technische Grenzen sein. Erfahrungen aus Projekten. Typische Fehlentscheidungen. Eigene Messungen. Eine verständliche Einschätzung aus der Praxis.

Mittelständische B2B-Unternehmen verfügen reichlich darüber.

Würde jemand diesen Satz zitieren?

Diese Frage eignet sich gut zur Bewertung fachlicher Inhalte.

Viele Texte bestehen fast ausschließlich aus Aussagen, die zwar richtig klingen, aber keinen eigenständigen Informationswert haben.

Allgemeine Formulierung Aussage mit mehr Substanz
Wir bieten hohe Qualität Nennung der konkreten Prüfverfahren und Qualitätskriterien
Unsere Lösung spart Zeit Erläuterung, bei welchen Prozessschritten Zeit eingespart wird
Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung Spezifische Branchen, Projekte und typische Anwendungsfälle
Wir bieten individuelle Beratung Beschreibung der typischen Entscheidungssituationen

Der zweite Satz muss nicht länger sein. Er enthält einfach mehr verwertbare Informationen.

Das ist für GEO wichtig. Inhalte, die konkrete Zusammenhänge erklären oder überprüfbare Aussagen enthalten, können leichter als Quelle dienen als Texte, die größtenteils aus austauschbaren Unternehmensfloskeln bestehen.

Die eigene Website erzählt nur einen Teil der Geschichte

Die Website bleibt natürlich die Grundlage. Unternehmen bestimmen selbst, welche Dienstleistungen, Themen und Kompetenzen sie präsentieren. Interessant wird es erst, wenn andere Quellen hinzukommen.

Erscheint ein Unternehmen regelmäßig in Fachmedien? Wird es in Branchenportalen genannt? Gibt es Interviews, Gastbeiträge oder Studien? Schreiben andere Websites über die Marke im passenden fachlichen Kontext? Erwähnungen wie diese runden das Bild ab.

Eine Unternehmenswebsite kann behaupten, dass ein Anbieter in einem bestimmten Bereich besonders kompetent ist. Eine unabhängige Fachpublikation, die denselben Anbieter in einem passenden Kontext erwähnt, sendet ein anderes Signal aus. Deshalb werden digitale PR, Fachartikel und gute Backlinks zunehmend gemeinsam betrachtet.

Bei einem Backlink geht es nicht nur um Link-Equity. Auch der Kontext zählt. Ein Link aus einem passenden Fachartikel zu einer thematisch passenden Seite sagt wesentlich mehr aus als irgendein Link aus irgendeinem Umfeld.

Das war schon immer relevant für SEO. Die KI-Suche misst diesem Zusammenhang zusätzliches Gewicht bei.

Mehrere Bereiche müssen dasselbe Bild untermauern

An der KI-Sichtbarkeit lässt sich kaum isoliert arbeiten. In der Praxis greifen mehrere Disziplinen ineinander.

Technisches SEO sorgt dafür, dass Inhalte sauber zugänglich und verarbeitbar sind. Inhalte liefern fachliche Substanz. Die Positionierung entscheidet, mit welchen Themen ein Unternehmen in Verbindung gebracht werden soll. Externe Erwähnungen tragen diese Assoziation über die eigene Website hinaus.

Hinzu kommt das Monitoring, da sich Entwicklungen bei KI-Systemen nicht sinnvoll anhand einer einzigen Suchanfrage beurteilen lassen.

Bereich Aufgabe
Technisches SEO Inhalte zugänglich und verarbeitbar halten
Inhalt Fachwissen konkret darstellen
Positionierung Den thematischen Schwerpunkt definieren
Markenarbeit Die Marke mit ihren Kompetenzbereichen verknüpfen
Externe Erwähnungen Stärkung des Fachverbands über die eigene Website hinaus
Monitoring Beobachten Sie Veränderungen über längere Zeiträume hinweg

Insbesondere im B2B-Bereich lässt sich GEO kaum von SEO, Content und Markenarbeit trennen. Die Themen überschneiden sich zu stark.

Fachartikel benötigen keine künstliche GEO-Struktur

Mit dem Aufkommen von GEO sind zahlreiche Empfehlungen aufgetaucht, wie Texte angeblich aufgebaut sein müssen, damit KI-Systeme sie besonders gut verarbeiten können.

Das wird oft übertrieben. In vielen Fällen reicht eine sinnvolle Struktur völlig aus.

Überschriften sollten einen neuen Gedankengang einleiten. Eine Tabelle gehört dorthin, wo sie einen Vergleich schneller verständlich macht. Listen helfen, wenn mehrere gleichwertige Punkte tatsächlich als Liste funktionieren.

Ein Fachartikel darf nach wie vor mehrere zusammenhängende Absätze enthalten.

Zunehmend gibt es Texte, in denen nach jedem zweiten Satz eine neue Zwischenüberschrift folgt, ergänzt durch Definitionen, Listen, Tabellen und FAQs, die alle einem nahezu identischen Schema folgen. Formal ist alles einwandfrei. Beim Lesen wirkt es dennoch wie zusammengesetzt. Gerade bei anspruchsvollen B2B-Themen darf ein Autor einen Gedanken ausführen.

Alte Profile verschwinden nicht von selbst

Eine weitere Sache wird bei GEO leicht übersehen: Nicht alles, was online über ein Unternehmen geschrieben wird, stammt von dessen aktueller Website. Ein Branchenverzeichnis beschreibt möglicherweise noch immer Dienstleistungen, die schon seit Jahren keine Rolle mehr spielen. Das Profil eines Geschäftsführers ist veraltet. Auf LinkedIn wird eine andere Berufsbezeichnung verwendet als auf der Website. Alte Presseartikel verbinden das Unternehmen mit einem früheren Geschäftsfeld.

Solche Dinge summieren sich. Nach einigen Jahren können online mehrere Versionen desselben Unternehmens existieren.

Daher lohnt es sich, ab und zu aus einer Außenperspektive nach der eigenen Marke zu suchen und die wichtigsten Details abzugleichen. Dazu gehören Firmenname, Dienstleistungen, Marken, Standorte, Fachgebiete und Schlüsselpersonen. Vollständige Konsistenz ist im offenen Web kaum erreichbar. Größere Widersprüche sollten dennoch aufgespürt und, wo möglich, beseitigt werden.

Bei der Sichtbarkeit im Zusammenhang mit KI sind Trends wichtiger als einzelne Messwerte

Die Überwachung von ChatGPT, Gemini oder Perplexity ist bei weitem nicht so stabil wie die klassische Rank-Überwachung.

Eine einzelne Abfrage sagt wenig aus. Antworten ändern sich. Die Formulierung einer Eingabe beeinflusst das Ergebnis. Verschiedene Modelle liefern unterschiedliche Anbieter und Quellen. Es lässt sich dennoch beobachten, ob sich etwas bewegt. Dazu bedarf es eines festen Satzes relevanter Themen und Fragen, die über einen längeren Zeitraum wiederholt überprüft werden.

Dann werden andere Punkte interessant: Welche Wettbewerber tauchen regelmäßig auf? Welche Quellen werden genannt? Welche Dienste verbindet das System mit der Marke? Erscheint das Unternehmen bei bestimmten Fragen häufiger als noch vor einigen Monaten?

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Die manuelle Beantwortung dieser Fragen ist ab einer bestimmten Anzahl von Eingaben nicht mehr machbar. SE Ranking bündelt sie in seinen KI-Tools zur Sichtbarkeitsüberwachung: ChatGPT, Gemini, Perplexity, Google AI Overviews und der KI-Modus werden abgefragt, und Markenerwähnungen und Links, die genannten Wettbewerber sowie die zitierten Quellen werden alle erfasst, jeweils mit einer zeitlichen Entwicklung. Bei einer einzelnen Antwort ist bei jeder Interpretation Vorsicht geboten. Sobald sich über einen längeren Zeitraum ein Muster abzeichnet, ändert sich das.

Wo Unternehmen ansetzen können

Für den Einstieg ist keine komplizierte GEO-Strategie erforderlich.

Drei bis fünf Themen, mit denen das Unternehmen in den kommenden Jahren in Verbindung gebracht werden möchte, sind eine gute Grundlage. Danach lässt sich prüfen, ob genau diese Themen tatsächlich auf der Website erkennbar sind. Dann wird es konkreter: Welche Seiten bleiben oberflächlich? Wo fehlen fachliche Details? Welche Aussagen könnte ein Wettbewerber genauso gut verwenden? Welche Fragen beantwortet der Vertrieb jede Woche, obwohl die Antwort nirgendwo auf der Website zu finden ist? Welche Erfahrungen haben Ingenieure und Projektmanager gesammelt, die bislang nur intern bekannt sind?

Danach folgt der Blick auf externe Quellen.

Wo wird die Marke bereits erwähnt? Passen diese Erwähnungen zur angestrebten Positionierung? Welche Fachmedien, Portale oder Branchenquellen wären thematisch relevant? Welche Wettbewerber sind dort bereits präsent? Das schafft eine brauchbare Grundlage, ohne GEO künstlich zu verkomplizieren. Wer sein professionelles Profil schärft, eigenes Wissen veröffentlicht, bestehende Inhalte verbessert und außerhalb der eigenen Website im richtigen Kontext auftritt, arbeitet an mehreren Zielen gleichzeitig. Google-Rankings sind eines davon. Die Markenwahrnehmung ist ein weiteres. Und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auch KI-basierte Suchsysteme ein klareres Bild davon bekommen, wofür dieses Unternehmen steht.

Felix Rose-Collins

Felix Rose-Collins

Ranktracker's CEO/CMO & Co-founder

Felix Rose-Collins is the Co-founder and CEO/CMO of Ranktracker. With over 15 years of SEO experience, he has single-handedly scaled the Ranktracker site to over 500,000 monthly visits, with 390,000 of these stemming from organic searches each month.

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